Der neue Status Quo: Cookie Opt-In

Auch uns geht es auf den Keks…

aber was der Gesetzgeber, bzw. die legislativen Organe bestimmen, muss eingehalten werden. Auch wenn es manchmal unsinnig erscheint. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten wir das Thema zuletzt angesprochen, Anfang des Monats gab es nun ein Urteil, das nochmal neues Licht auf die Situation wirft.

Keine Lust sich mit dem Thema auseinander zu setzen? 

Hier steht nur das nötigste

Ganz umfangreich: Die Umstände

Im Oktober 2019 verurteilte der EuGh einen Webseitenbetreiber wegen des Missbrauchs der Zustimmung zu Cookies, in Verbindung mit einem Gewinnspiel. Dabei wurde das Thema Cookies, dass eigentlich schon 2018 mit der „E-Privacy-Law“ europaweit geregelt werden sollte, nur nebensächlich erwähnt. Das Ergebnis: Die „Opt-In Variante“ also die eindeutige Einwilligung zu Cookies und deren Kategorisierung sowie Aufklärung über Funktionsweisen, wurde wärmstens empfohlen. Der Status Quo war aber weiterhin, aufgrund der schwammigen Rechtssprechung, das klassische Banner, welches lediglich über die Nutzung von Cookies hinweist. 

Nun hat Anfang Juni 2020 der Bundesgerichtshof ein Urteil gefällt, das genau diese Banner, bzw. die „Opt-Out Variante“ betrifft. Diese Varianten sind bei Seiten, welche Drittanbieter Cookies verwenden (zumeist Google), nicht mehr gültig. Der Nutzer muss gerade Drittanbieter Cookies klar zustimmen, ansonsten dürfen diese nicht geladen werden.

Der Status Quo: Da es sich in der Vergangenheit als auch aktuell nur um Einzelurteile und keine Gesetze handelt, ist nicht klar definiert was gemacht werden muss. Das aktuelle Urteil zeigt aber: Auf der sicheren Seite ist man nur, wenn man die Opt-In Variante nutzt. Denn wenn nicht, riskieren Sie Abmahnungen die saftige Geldstrafen und Gerichtskosten mit sich bringen können.

Was sind Third-Partie Cookies und warum sind sie nicht in der DSGVO geregelt?

Dazu finden Sie alle Infos in unserem Beitrag „Die neue Cookie-Richtlinie“

Zum Beitrag

Opt-In: Warum nicht gleich?

Wenn Sie sich nun Fragen warum die Opt-In Lösung noch nicht auf Ihrer Seite implementiert ist, obwohl absehbar war, das diese Methode die sicherste ist, kann dies drei Gründe haben:

1. Ihre Seite benutzt gar keine Drittanbieter-Cookies.

Wenn Sie kein aktives Online-Marketing betreiben haben Sie unter Umständen gar keine Cookies von Google aktiv. Wenn Sie nun auch keine andere Inhalte von Dritten (z.B. Konfigurationsformulare für Produkte, Newsletteranmeldungs-Pop-Ups, Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal o.ä.) aktiv haben, dann nutzt Ihre Seite wahrscheinlich keine Drittanbieter Cookies. In dem Fall langt nach wie vor ein Hinweis, welcher aber nun klar Aussagen sollte das nur „First-Partie Cookies“ verwendet werden, die keine Daten sammeln.

2. Sie benutzen Drittanbieter-Cookies, und wollen keine Daten verlieren.

Wenn Sie aktives Online-Marketing betreiben, haben Sie vielleicht Ende letzen Jahres die Opt-In Methode schon zeitweise eingesetzt. Dann wissen Sie bereits: Wenn der Nutzer die Möglichkeit hat, seine Daten zu verschleiern, nutzt er Sie auch meist. Dank „No-Track“ verlieren wir jetzt schon eine Menge anonymisierter Nutzerdaten in den Analyse-Tools, mit der Opt-In Methode kann es erfahrungsweise passieren, das bis zu 80% der Website-Besucher nicht mehr in der Statistik auftauchen. Das sind wichtige Daten die auf den Erfolg Ihrer Website und Ihrer digitalen Produktdarstellung zurückführen. Somit wird das Online-Marketing weniger präzise und genau wie bei einer Abmahnung, kann das bares Geld bedeuten. Dank dem aktuellen Urteil sollten Sie aber nun nochmal Abwägen, ob Sie eine (nun realistischere) Abmahnung riskieren wollen.

3. Sie haben nicht auf unseren letzten Newsletter reagiert oder Drittanbieter Funktionen nachträglich implementiert.

Wir setzen Sie immer gerne kostenfrei in Kenntnis, aber Ihnen ist bewusst: Sobald wir Hand anlegen, müssen wir Ihnen dafür natürlich auch etwas berechnen. Vielleicht haben Sie auch aus diesem Grund nicht auf unseren Hinweis im Oktober 2019 reagiert. Vielleicht war Ihnen aber auch bewusst das Sie keine riskanten Cookies verwenden. Das kann sich aber geändert haben, wenn Sie keine 100%ige Kontrolle über Ihr System haben. 

Opt-In: Was ist der Nachteil?

Frust und Datenverlust.

Die Opt-In Methode legt sich beim ersten Besuch eines Nutzers komplett über Ihre Seite. Heißt: Der Ersteindruck Ihrer Seite wird gedämpft denn bevor sich der Besucher mit Ihren Inhalten auseinandersetzen kann, muss er wählen ob er Cookies möchte oder nicht. Diese zwingend notwendige Interaktion kann für Sie, als auch den Besucher frustrierend sein, wird aber wahrscheinlich in Zukunft Gang und Gebe. Außerdem könnte man argumentieren dass solch eine Abfrage auf jeder Webseite sinnlos ist, denn man könnte ja in seiner Browser-Einstellung bereits einstellen, nicht mehr „verfolgbar“ zu sein. Einige Browser unterstützen diese Möglichkeit ja bereits. So weit denkt die Legislative aber leider selten. 

Der Datenverlust in Analysetools ist mit der Opt-In Variante unter Umständen extrem: Bereits Ende 2019 haben wir feststellen müssen, dass bei einigen Kunden rund 80% der Nutzer keine Drittanbieter-Cookies zulassen wollten und so wichtige Daten zur Erfolgsbemessung des Online-Marketings verloren gingen. Auch so genannte „Conversions“, die im Online-Marketing relevante Interaktionen der Nutzer messen, können unter Umständen kaum mehr bewertet werden. Zwar kann man die verbleibenden Werte noch prozentual bewerten, aber wirklich empirisch und agil kann man das Online-Marketing nicht mehr betreiben.

Was ist also zu tun?

Wägen Sie ab: Was ist Ihnen wertvoller? Der Erfolg Ihres Online-Marketings oder eine möglichst abmahnsichere Online-Präsenz? Im Endeffekt unterstützen wie Sie egal wie Sie sich entscheiden aber die Haftung als auch die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Gehen Sie auf Nummer Sicher: Auch wenn Sie der festen Meinung sind, dass Ihre Seite keine Drittanbieter Funktionen nutzt, kann es sein dass sich im Hintergrund etwas eingeschlichen hat. So oder so, sie sollten wissen was Ihre Seite macht. Gerne analysieren wir was notwendig wäre und ob es sich für Sie rechnet überhaupt weiter Drittanbieter Funktionen zu nutzen. Innerhalb von nur 30 Minuten prüfen wir Ihre Seite und erstellen Ihnen einen optionalen Maßnahmenplan. Ganz individuell und persönlich. 

Nicht verpassen: 

Zuschuss zu Digitalisierungsmaßnahmen und IT-Sicherheit.

Die WIBank bietet am Dienstag, 23.06.2020 einen Zuschuss zu Digitalisierungsmaßnahmen und IT-Sicherheit an.

Per Zufallsverfahren haben Sie dadurch die Möglichkeit, Digitalisierungsvorhaben und IT-Sicherheit mit maximal 50% und bis zu 10.000 Euro gefördert zu bekommen. Dabei brauchen Sie noch kein reales Projekt. Melden Sie sich an, wenn Sie den Zuschuss bekommen, können Sie immer noch entscheiden ob und was Sie damit machen. Unsere Partner von Ludigssoft unterstützen Sie gerne bei der Planung.

Das Onlineformular ist am Tag des Förderaufrufs für 24 Stunden verfügbar, 23.06.2020 09:00 Uhr bis 24.06.2020 09:00 Uhr

Zum Formular

Sie sind immer noch unsicher im Bereich Datenschutz?

Wem geht es nicht so…
In unserem nächsten Beitrag ändern wird das. Das Info-Special „DSGVO-Sorgen waren gestern“ bieten wir Ihnen Lösungen für alle Anliegen im Bereich Datenschutz. Auch Betriebsintern.

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